PRESSEMITTEILUNG: Windindustrie im Soonwald

Windindustrie im Soonwald


Seit über 32 Jahren setzen wir uns mit aller Kraft dafür ein, den Soonwald zukunftsfest zu machen und Schaden von unserem weithin unterschätzten Heimatwald abzuwenden.

Keine Anti-Windkraft-AG 

Wir sind keine Anti-Windkraft-Organisation. Aber wir sind gegen Windräder in Waldgebieten und damit auch im Soonwald. Diese Position basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die besagen, dass weltweit Waldgebiete unsere Partner sind im Kampf gegen das galoppierende Sterben von Tier-und Pflanzenarten und die Klimakrise. Dazu brauchen wir
unzerschnittene Waldgebiete wie den Soonwald, eng vernetzt mit Gauchsberg, Zollstock, Habichtskopf und Moorplacken.

Erneuerbare Energien sind ein weiterer Schlüssel zur Lösung der ökologischen Krisen unseres Planeten. Aber sie müssen im Mix der Möglichkeiten mit Sachverstand an geeigneten Orten eingesetzt werden. Das ist möglich – auch ohne gleichzeitige Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Es ist die Aufgabe der Politik durch überregionale langfristige Planung diese Lösungen auf Basis des Wissens unserer Zeit herbeizuführen. 

Langfristige Verantwortung statt schnellem Geld

Unkritische Technologie- und Fortschrittsgläubigkeit hat die Menschheit in die Krise geführt, in der wir jetzt sind. Daher sind wir überzeugt, dass ein „weiter so“ unverantwortlich ist. Zu diesem Irrweg gehört für uns auch, für eine industrielle Übergangstechnologie, wie Windkraftanlagen es sind, wertvolle Waldgebiete zu roden und mit Straßenbau zu zersiedeln. Das führt zu irreversiblen Beeinträchtigungen der
Schwammfunktion des Waldes. Sie ist für die Regeneration gestresster Wälder und dem Hochwasserschutz unerlässlich. 

Wenn wir die Schöpfung erhalten wollen, können wir sie nicht gleichzeitig in ihren lebenserhaltenden Funktionen nachhaltig stören. 

Kurswechsel in der Soonwaldpolitik?

Wir beobachten seit den 2000er Jahren mit großer Sorge, wie auch die rheinlandpfälzische Landes-Politik ausdrücklich Windkraftanlagen in Wäldern fördert. Der erste „Sündenfall“ war der Windpark bei Ellern, auf dem Hochsteinchen, damals ein wertvolles Naturwaldreservat. Dann wurden die Vorstufen des Soonwaldes ins Visier genommen, um den Wald von den Rändern her als „vorbelastet“ einzustufen zu können. Das letzte traurige Beispiel ist die Genehmigung des Windparks „Zollstock“ bei Bad Sobernheim. Bei den Genehmigungen spielen Naturschutzargumente immer wenige eine Rolle. Das erscheint den Projektierern als einfacher weg, können sich Tiere und Pflanzen können sich nicht wehren – sie verschwinden einfach: still und leise. Was das bedeutet, ist vielen Menschen offenbar nicht klar. Irgendwann wird es auch für uns Menschen eng …

Letztlich geht es dabei auch um unser Überleben.

Das Motiv dafür ist so einfach wie wirkungsvoll: Geld. 

Wir fordern daher ein Moratorium zur Windkraft im Soonwald.

Wir fordern eine Aussetzung aller Planungen und Genehmigungsverfahren von weiteren industriellen Bauprojekten im gesamten Soonwald, einschließlich seiner Vorstufen, insbesondere in seinen hochgeschützten Kernzonen und FFH-Gebieten.


Der Vorstand:

Angela Wenning
Maria Othmer
Dr. Willem Douw
Arnim Klink
Dietrich Selzer
Hilde Schmitt
Gernot Albrecht
Monika Kirschner-Ludwig, Ehrenvorsitzende