Altes Heu und neue Daten: Die Geschichte des Sponheimer Steinbrechs
Hunsrück-Museum-Simmern Schloßplatz, SimmernIn den Jahren 1786 und 1787 erforschte der Karlsruher Botaniker Carl Christian Gmelin (1762–1837) im markgräflichen Auftrag die badischen Besitzungen im Sponheimischen. Auf dem Weg von Bad Kreuznach zum badischen Amtshaus in Winterburg passierte er im Frühsommer 1787 die enge Schlucht am Ellerbach-Durchbruch südlich Bockenau. Dort entdeckte er einen Steinbrech, der auffällig andere Merkmale aufwies als alle ihm bekannten Arten. Diesen beschrieb er 1806 als Saxifraga sponhemica. Der Sponheimer Steinbrech ist eine seltene Art, die nur an wenigen Stellen vorkommt. Fast alle deutschen Populationen liegen in Rheinland-Pfalz. Der Vortrag erhellt die Entdeckungsgeschichte des Steinbrechs, berichtet über die jüngst erfolgte Wiederentdeckung des seit dem letzten Krieg verschollenen Original-Materials von 1787 und erläutert, was die alten Herbarbelege für den heutigen Artenschutz bedeuten. Eine Veranstaltung von Hunsrücker Geschichtsverein e.V., Hunsrück-Museum und Initiative Soonwald e.V. Vortragender: Christof Nikolaus Schröder, Vorsitzender der Initiative Soonwald e.V. Wer mehr über den Sponheimer Steinbrech erfahren möchte, findet hier einen aktuellen wissenschaftlichen Artikel: C. N. Schröder, Originalmaterial und Typisierung zweier Gmelinscher Namen: Saxifraga sponhemica C.C.Gmel. und Saxifraga condensata C.C.Gmel., Kochia 16 (2023), 141–158, https://ojs.ub.uni-frankfurt.de/kochia/index.php/kochia/article/view/170