Die Website „soonwald.de“ ist ziemlich alt, sofern man das überhaupt über eine Website sagen kann. Sie ist eine Pionierin ihrer Art, denn sie entstand in einer Zeit als nicht nur das Internet, sondern auch die Einrichtung von Websites noch in den Kinderschuhen stecke.
Der Website-Boom startete Mitte der 1990er Jahre. Nach der Erfindung des World Wide Web im Jahr 1991, markierten die Jahre 1994 und 1995 den eigentlichen Durchbruch dieses neuen Kommunikationsmediums. Es ermöglichte eine bis dahin unbekannte Reichweite für alle möglichen Botschaften; weit über den lokalen und regionalen Raum hinaus – sozusagen weltweit – und das zu relativ geringen Kosten.
Ich erinnere mich noch ziemlich gut, wie mein technikaffiner Bruder, der Fotograf Karl Ewald Kirschner aus Rheda-Wiedenbrück in Westfalen, der leider inzwischen verstorben ist, mich begeistert anrief: „Stell dir vor, wir könnten eine eigene Seite im Internet haben und den Soonwald deutschlandweit bekannt machen.“ Das leuchtete mir ein und damit war auch der Name sofort klar: „soonwald.de“

Zauber des Anfangs
Ich hatte damals keine Ahnung davon, was das in Zukunft bedeuten würde und auf was ich mich da eingelassen hatte. Mein Bruder und ich haben dann jahrelang diese neue Adresse mit Elan und aus heutiger Sicht vielleicht einer Spur zu viel von der felsenfesten Überzeugung, etwas für den Soonwald bewegen zu können. Wir beide haben zunächst allein Texte und Fotos zusammengestellt. Mein Archiv ist voll von diesen ersten Entwürfen, die natürlich auch schnell wieder verworfen wurden. Keine Überraschung, denn wir bewegten uns auf unbekanntem Terrain. Das hat aber unserem Enthusiasmus keinen Abbruch getan. Mein Bruder Karl-Ewald, der immer voller kreativer Ideen und sprichwörtlicher Hilfsbereitschaft war, hatte mitbekommen, mit welcher Begeisterung ich mit mich in meine neue Wahlheimat gestürzt hatte. Schon nach knapp zwei Jahren hatten wir, mein damaliger Lebensgefährte und späteren Ehemann Thomas Hauschild und unser Bürgermeister von Seesbach, Rainer Altmeier, uns sogar in das Abenteuer – nicht eines Vereins, aber damals ziemlich unüblich – Bürgergruppe begeben. Auch mein Mann Thomas Hausschild ist erst vor kurzem verstorben.

Hier ein Auszug (Süddeutsche Zeitung vom 06.05.2026) aus einem Nachruf:
„Sein Werk ist ein Geschenk Von Nils Minkmar
Er erklärte den Deutschen die Digitaltechnik, schrieb aber auch fesselnd über „Die Sopranos“ und den Kopfstoß von Zinédine Zidane: Der große Ethnologe Thomas Hauschild ist gestorben.
Die im akademischen wie im übrigen bundesrepublikanischen Alltag so seltene Eigenschaft des Charismas besaß er im Übermaß. Man spürte, wenn Thomas Hauschild einen Raum betrat — und durfte sich freuen, denn nun wurde es auf wilde Art intellektuell, lehrreich und sehr, sehr lustig…
Thomas Hauschild, Jahrgang 1955, war Professor in Tübingen, später in Halle; dazu immer wieder Gastdozent, Fellow und Grenzgänger zwischen den Künsten und Disziplinen. Schon früh, mit 37 Jahren, wurde er Professor und gab der deutschen Ethnologie ein amüsiertes, neugieriges, manchmal auch besorgtes Gesicht. Seine Themen suchte er sich selbst, die Binnenkämpfe der akademischen Zünfte ließ er links liegen …
Er interessierte sich schlicht für alles und beeindruckte gleichermaßen durch jungenhafte Leichtigkeit wie durch die Fähigkeit zu existentiellem Ernst. In seiner typischen Großzügigkeit bedachte er seine Umgebung mit komplexen, eben erst selbst verfertigten Gedanken und Thesen, er verschenkte sie wie ein Gärtner seine Setzlinge.“
Der einzige direkte Zeitzeuge zu diesen Vorgängen, der noch lebt ist außer mir Rainer Altmeyer, der Bürgermeister von Seesbach und der erste Vorsitzende der Initiative Soonwald. Mein Bruder hat dann diese erste Seite mit großem Engagement gestaltet. Damals gab es dazu noch kaum Hilfsmittel. Aber wir haben uns redlich bemüht die Seite optisch und inhaltlich überzeugend zu gestalten. Das galt vor allem den Fotos, denn mein Bruder Karl Ewald war auch ein begnadeter Fotograf, der oft im Soonwald unterwegs war.

Erste Rückschläge
Dabei haben wir auch durch schmerzliche Fehler lernen müssen. So hat mein Bruder zum Beispiel „in aller Unschuld“ einen Ausschnitt aus einer Karte kopiert, um den Besuchern der Website die Lage des Soonwaldes möglichst klar vor Augen zu führen. Das war gerade zu Anfang eine wichtige Aufgabe, weil unser geliebtes Waldgebiet eine Art „Terra incognita“ unbekannter Wald war und auch heute teilweise noch ist. Der „Ruhm“ des Soonwaldes bezog sich mehr auf wilde Geschichten und zwielichtige Figuren – kurzum ein Waldgebiet vor dem eher gewarnt als geworben wurde, für viele ein weißer Fleck auf der Landkarte.
Mein Bruder setzte also eine Kopie einer Landkarte auf unsere Webseite. Das war ein Fehler mit Folgen. Eine der Geschäftsideen der ersten Website-Jahre war es, Websites auf solche Copyright-Vergehen zu untersuchen und über Anwaltsbüros Geld zu fordern. Ich habe damals viele Briefe geschrieben, um auf unsere spezielle Situation als ehrenamtliche Bürger Gruppe hinzuweisen, die über keine großen Geldmittel verfügt. Das hat wenig geholfen und wir mussten 600 DM zahlen. Aber solche Rückschläge haben uns nicht davon abgehalten, die Seite weiter aufzuwerten.
Neustart mit einem professionellen Partner
Nach diesen üblen Erfahrungen und den steigenden Anforderungen an eine Website haben wir uns XXXX entschlossen, uns einen professionellen Partner zu suchen, der die Gestaltung übernimmt. Und wer wäre da besser geeignet gewesen als sie Firma SOONTEAM aus Münchwald? Ein Unternehmen, das nicht nur in der ganz großen Liga spielt, sondern auch regional verwurzelt und engagiert ist. In enger Kooperation mit ihrem Inhaber Radulf Jetter und seinem Team wurde unsere Website die Visitenkarte und stolzes Vorzeigeobjekt des Vereins, an dem sich auch immer mehr Mitglieder beteiligten – vor allem mit Fotos.
30 Jahre Initiative Soonwald
Schon vor dem 30. Jubiläum der Initiative. haben wir uns Gedanken gemacht, wie es weitergehen könnte mit einem überalterten Verein. Ich habe damals 2023 mich entschlossen, mich allmählich aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen, um Jüngeren eine Chance zu geben. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung vor zwei Jahren 19.02.024 bin ich nicht mehr für einen Vorstandsposten angetreten, war aber vor allem für den Soonwaldbus und die Pressearbeit weiterhin mit zuständig. In dieser Zeit kam aus dem Vorstand nahliegende Gedanke auf, dass man die Website der Initiative ihre eigene Adresse bekommt. Ich hatte darüber nie nachgedacht, weil es bis dato keinerlei Probleme gab mit meinem Namen als Inhaberin. Ich hatte die Kosten als Spende übernommen, aber niemals und in keiner Form Einschluss auf die Seite genommen. Im Gegenteil, es war ganz klar, dass nach unserer Philosophie auf die Website nur Inhalte kommen, die vorher vom Vorstand genehmigt sind. Aber es leuchtet ein, dass es besser und klarer ist, wenn die Initiative Soonwald ihre eigene Webadresse hat.
Das ist jetzt vollzogen. Der Verein hat die Adresse: www.initiative.soonwald.de und soonwald.de habe weiterhin ich und mein Mann Dr. Gerhard Ludwig.
Die Website soonwald.de soll selbstverständlich auch weiterhin eine zuverlässige Adresse zum Thema „Soonwald“ bleiben. Während andere soziale Medien mehr auf den „Megafon-Effekt“ setzen, stehen wir für seriöse Recherche, überraschende Ideen und mutige persönliche Meinungen.
So dient „soonwald.de“ auch in Zukunft den Interessen des Soonwaldraumes – ganz im Sinne unserer alten Präambel:
Der Soonwald, eines der großen zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, ist ein Naturraum von besonderer Qualität, den es unter allen Umständen zu erhalten
und zu fördern gilt.
Monika Kirschner

