Die Jahre 2018, 2019, 2020 und 2022 schreckten auch die letzten Klimaleugner mit extremer Hitze und Trockenheit auf. Diese Serie führte zu massiven Waldschäden, Grundwasserabsenkungen, und historischem Niedrigwasser in großen Flüssen wie dem Rhein. Im Jahr 2025 hat uns das Wetter eine Art Verschnaufpause gegönnt. Schon schien das Thema fast vergessen, überholt, verschüttet von anderen Aktualitäten. Doch der Sommer 2026 gibt erneut einen Vorgeschmack darauf, was uns droht: weitere Sommer mit immer weiter steigenden Temperaturen. Früher trieb der goldene Oktober, die Süße in den Wein. Inzwischen ist es der Juli und Mitte August startet bereits die Ernte.
Mein Blick auf den Buchenwald
Seit über zehn Jahren genieße ich den Blick von unserer Terrasse aus, über das Guldenbach hinweg auf die gegenüberliegende Seite des Tales. Es ist ein Panorama in Grün, wie eine Großbildleinwand im Cinemaskop-Format. Der komplette gegenüberliegende Berg ist von einem dichten Buchenwald bedeckt. Es gibt nur wenige vereinzelte Inseln mit Fichten. Jahrelang haben meine Augen das satte einheitliche Grün dankbar aufgesogen. Es erinnerte mich an den Blick auf schimmerndes, feuchtes Moos. Es ist schon ein paar Jahre her, vielleicht war es 2019, als die wenigen Fichten im Bild ihr dunkles Grün verloren und aschfahl wurden. Sie konnten durch die extreme Trockenheit 2018, 2019, kein Harz mehr bilden und fielen in Gruppen dem Borkenkäfers zum Opfer. Die Dürresommer nahmen kein Ende. Auch die Jahre 2020 und 2022 brachten weiter ungewohnte Hitze. Doch mein Blick auf das Buchenmoos schien weiterhin unbeschadet. Ich beruhigte mich damit, dass Buchen tief wurzeln und gegen Hitze besser geschützt sind als die Fichten-Flachwürzler. Außerdem lag der Laubwald an einem Nordhang. Mein besorgter Blick galt trotzdem immer wieder meinem grünen Gegenüber. Würde das gutgehen? Ich fing an, die Aussicht im immer gleichen Ausschnitt zu fotografieren.


Der Vergleich benötigt keinen weiteren Kommentar. Er ist erschütternd.
Werden wir unseren Wald verlieren?

