
Bei einem Mitbringsel geht es um Erinnerungen. Die können durch einen Schluck Holundersaft ausgelöst werden, den Geruch eines Apfels, den Anblick von Flechten, die lang herabhängen wie Haarbüschel oder um einen Stein, in mit seinen weißen Linien an den Sand des Urmeeres erinnern.

Es geht darum, ein Stück der Zeit, die man erlebt hat, mit in die Zukunft zu nehmen. Es geht darum, ein bisschen von dem „Spirit“ der Landschaft und ihrer Menschen mit hinüberzuretten in die Tage nach der Abreise. Oft sind es Einkaufserlebnisse bei lokalen Produzenten, die einem positiv im Gedächtnis bleiben.. Dazu hier ein paar meiner Lieblingsadressen:
Der beste „Saftladen“ der Region

Die erste Adresse führt an den südlichen Soonwaldrand in das Dorf Gebroth, berühmt für den besten „Saftladen“ der Region. Die moderne Kelterei Merg liegt etwas außerhalb, weithin sichtbar durch ein hohes großes Storchennest. Dort leben und arbeiten das Ehepaar Antje und Rolf Merg mit seinen Töchtern Marie und Sofie, beide studierte Expertinnen für die Fruchtsaft-Keltertechnik. Alle vier sind bekennende SoonwälderInnen, fühlen sich hier pudelwohl und wollen bleiben – auch die junge Generation. Sie verwandeln regionale Früchte zu überraschenden Köstlichkeiten. Schon allein deshalb, lohnt ein Besuch und eine Verkostung.
Trinken für den Artenschutz

Angefangen hat alles vor über dreissig Jahren mit einem einfachen Apfelsaft aus den Äpfeln der dorfnahen Streuobstwiesen und einem wunderbar gesunden Apfelwein. Die große Stärke der Fruchtkelterei am Soonwaldrand sind heute darüberhinaus ihre Wildbeerensäfte. Diese Getränke sind pure Kraftpakete, voller Vitamine, lebenswichtiger Bitterstoffe und Polyphenole. Als Gast im Hofladen der Familie Merg – hier ist man Gast nicht Kunde – sollte man nie gehen ohne einige der ausgefallenen Köstlichkeiten, wie den hauseigenen Hunsrück Gin, alkoholfreier Apfel-Secco oder Holunderbirnensaft vor Ort zu probieren. Eine Rarität sind die sogenannten „Muttersäfte“, reine, 100%ige Säfte von Beeren und Früchten ohne jeden Zusatz. Für die Verkostung braucht es etwas Mut, so intensiv sind die Aromen und natürlichen Säuren. Muttersäfte sind selten, man bekommt sie nur schwer und fast überhaupt nicht in einer Qualität wie hier. Und das Beste daran: mit jeder Flasche Saft bewahrt man die Schönheit der Soonwald-Landschaft und die Artenvielfalt von Vögeln und Schmetterlingen. Bei einem Besuch bei Familie Merg in Gebroth bekommt man ein Gefühl für den Herzschlag unserer Region.
Fruchtkelterei Merg GmbH & Co.KG
Lindenstr. 23
55595 Gebroth
Tel. 06756 911686
Mo & Di: von 9:00- 12:00 & 14:00 – 17:00 Uhr
Mittwoch: Geschlossen
Do & Fr. von 9:00- 12:00 & 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag: 9:00- 12:00 Uhr
Die Rückkehr des „Tante-Emma-Ladens“
Weiter geht es ins nahe gelegene Winterbach. Im ehemaligen Raiffeisengebäude findet sich hier seit 2020 der „Dorfladen am Soonwald“. Die Gemeinden Winterbach, Ippenschied, Gebroth, Winterburg, Münchwald, Spall und Entenpfuhl haben hier ihr eigenes Lebensmittelgeschäft eröffnet. Ein Besuch lohnt sich auch dann, wenn nicht aus diesen Dörfern stammt, denn der Laden bietet – auf immerhin 136 Quadratmetern – ein besonderes Einkauferlebnis. Das ehrenamtliche Team präsentiert eine bunte Vielfalt. In den Regalen findet sich weit mehr als nur Mehl, Salz und Eier. Bäcker und Metzger liefern ihre Produkte. Hier macht das Stöbern Spaß, ist die Gelegenheit für eine Kaffeepause und auch für einen kleinen Plausch haben die Ehrenamtler immer Zeit.
Dorfladen am Soonwald
Soonwaldstraße 2
55595 Winterbach
Tel: 06756 8629982
Mo Di 7-12 Uhr & 16-18 Uhr
Mi 7-12 Uhr
Do Fr 7-12 & 16-18 Uhr
Sa 7-12 Uhr, So 8-10 Uhr
Fleisch essen und Gutes tun

Von Winterbach nach Entenpfuhl ist es nur ein Katzensprung. Hier liegt das „Forstamt Soonwald“, ehemals das „Forstamt Entenpfuhl“. An dieser geschichtsträchtigen Stelle wirkte das Vorbild für den „Jäger aus Kurpfalz“, dessen Denkmal 1913, gegenüber dem Forstamt, von Kaiser Wilhelm II persönlich eingeweiht wurde. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das „Forstamt Entenpfuhl“ bundesweit durch seine Diplomatenjagden bekannt. Heute macht vor allem das kleine, aber feine „Wildlädchen“ von sich reden: immer geöffnet zu den Bürozeiten des Forstamtes. Bei Feinschmeckern ist Wildfleisch schon lange beliebt, denn es ist besonders schmackhaft und gesund. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass man bei der wilden Variante der „Fleischeslust“ mit gutem Gewissen frönen kann, denn mehr Bio geht nicht. Die Tiere wachsen in Freiheit auf und ernähren sich mit den natürlichen Produkten des Waldes. Die Jagd selbst ist angewandter Naturschutz, denn sie bewahrt die nächste Waldgeneration vor Verbiss und Ausrottung. Essen wir heimisches Wild müssen außerdem keine Regenwälder im Amazonasgebiet für neue Rinderweiden abgeholzt werden. Das Forstamt Soonwald garantiert kontrollierte Qualität nach strengen Hygienerichtlinien. Gleich neben dem kleinen „Wildlädchen“ findet sich ein EU-zertifizierter Wildbearbeitungsbetrieb. Hier landet das Fleisch von Reh-, Rot- und Schwarzwild, dass (das) die professionellen Jäger gleich nebenan auf den 8.000 Hektar des Soonwaldes erlegt haben. Angeboten werden ganze Stücke, aber auch kleinere Portionen, wie z.B. Steaks, Rouladen, Lenden oder Filets. Außerdem gibt es Rehschinken, Mediterrane Wildleberwurst, Hirschkalbjagdwurst oder Wildlyoner. Am besten man nimmt einen der beliebten Wildknacker gleich als Proviant mit und besucht auf der anderen Straßenseite das Denkmal des „Jäger aus Kurpfalz“; ganz so wie ehemals der Kaiser. Wer möchte, kann dort das Lied „Der Jäger aus Kurpfalz“ anstimmen.
Forstamt Soonwald
Entenpfuhl 8
55566 Bad Sobernheim / Ortsteil Entenpfuhl
Wildlädchen
Öffnungszeiten
Mo-Fr 08:00 – 16:00 Uhr
Sa 08:00 – 12:00 Uhr